Akzeptanz

Wir alle gehen mit einer gewissen Erwartungshaltung durchs Leben, wie es für uns zu laufen hat. Diese Erwartungshaltung wird jedoch zwangsläufig von der Realität nicht immer erfüllt. Es gibt Dinge, Verhalten, Menschen, Schicksalsschläge, die uns nicht gefallen. Unsere spontane Reaktion ist meist Abwehr: „Ich will das nicht!“ „Das ist doch nicht richtig!“, „Das darf so nicht sein!“ Häufig können wir jedoch diese Situationen, das Verhalten anderer Menschen oder bestimmte Zustände nicht ändern. Wir streiten also in diesen Momenten mit der Realität. Zurzeit erlebe ich viele unzufriedene Menschen. Der Frühling war verregnet und immer noch ist kein schönes und trockenes Wetter in Sicht. Wetter – Ein Fakt, auf den wir definitiv keinen Einfluss haben.

Kraftraubender Kampf

Streit kostet Kraft und tut uns nicht gut. Und wenn es sich um unabänderliche Dinge handelt, vergeuden wir unsere Kraft in einem Kampf, den wir nicht gewinnen können.

Dabei verkrampfen und verspannen wir und fügen uns so weitere negative Empfindungen zu. Wir sind damit beschäftigt, in den Widerstand und die Abwehr zu gehen, anstatt zu lernen, wie wir mit der Krise umgehen können.

Akzeptanz bedeutet, unveränderbare Zustände so anzunehmen, wie sie sind, statt gegen sie anzukämpfen.

Dabei sollte Akzeptanz keineswegs mit Passivität verwechselt werden, denn genau das Gegenteil ist der Fall. Statt in einem aussichtslosen Kampf gegen Windmühlen anzukämpfen, nehmen wir mit bewusster Akzeptanz unser Schicksal aktiv in die Hand. Akzeptanz ist eine aktive Handlung, mit der wir uns bewusst von fruchtlosem Widerstand lösen und Themen bewusst loslassen, um Kraft für wirksame Handlungen zu bewahren.

Bewusste Akzeptanz ist entspannend und heilsam für Körper und Seele und sorgt für inneren Frieden. Sie hilft dabei, dem Fluss des Lebens zu vertrauen.

Gefühle annehmen

Das Akzeptieren einer Situation heißt auch, dass wir alle Gefühle, die aufgrund der Situation in uns aufsteigen, annehmen. Mit den Gefühlen ist es genau so, wie mit aufmerksamkeitsbedürftigen Kindern! Je mehr wir sie ignorieren, umso quengeliger und präsenter werden sie. Drängen wir sie weg, tut es ihnen nicht gut und sie werden immer lauter und lauter, um unsere Aufmerksamkeit zu erlangen. Genauso verhält es sich mit den Gefühlen. Verdrängte Gefühle können uns beherrschen und überwältigen

Das Leben hält immer wieder unvorhersehbare Ereignisse für uns bereit, die uns nicht gefallen. Eine akzeptierende Grundhaltung hilft dabei, mit dem Unabänderlichen umzugehen und macht so das Leben leichter.

Die Akzeptanz bewahrt uns nicht vor den Tiefschlägen des Lebens, aber sie lässt uns leichter damit zurechtkommen.

Körperlicher Bezug

In der TCM ist das Thema Akzeptanz im Funktionskreis Lunge/Dickdarm angesiedelt. Die Lunge steht auf der seelischen Ebene für das vorbehaltlose Ja zum Leben und damit zu allem im Leben, ob es uns gefällt oder nicht. Der Dickdarm hingegen steht für das mutige und deutliche Nein. Beide Organe stehen für das Loslassen. Die Lunge für das Loslassen von Zweifeln und Kämpfen, der Dickdarm für das Loslassen von allem, was nicht guttut.

Die Atmung spielt somit eine besonders große Rolle, wenn wir uns mit dem Thema Akzeptanz auseinandersetzen. Oft sind auch Symptome der Lunge und des Dickdarms zu beobachten, wenn man sich besonders schwertut, zu akzeptieren.

Symptome der LungeSymptome des Dickdarms
InfektanfälligkeitVerdauungsprobleme
MüdigkeitNase/Nebenhöhlen verstopft
AntriebslosigkeitNacken- und Schulterprobleme
Zukunftsangst 
Depressive Verstimmungen 
Verspannungen in Schulter und Nacken 

Eine akzeptierende Grundhaltung ist erlernbar. Meditationen können dabei unterstützen, ebenso wie regelmäßige Entspannungsübungen und bewusstes Atmen.

Kommentare

2 Antworten zu „Akzeptanz”.

  1. Avatar von profoundlynachoe0b1ec9164
    profoundlynachoe0b1ec9164

    Akzeptanz – so einfach und so schwer. Das Konzept der radikalen Akzeptanz ist ein fester Bestandteil der Traumatherapie. Akzeptieren, dass schreckliche Dinge passiert sind, die man nicht mehr ändern kann. Aber man kann die Sicht auf sie ändern. Man kann statt mit Angst, Ärger, Kummer, Selbstvorwürfen liebevoll und wertschätzend auf sich Selbst blicken und akzeptieren. Aus dieser Akzeptanz kann Neues wachsen, Selbstliebe, Selbstwert, Selbstvertrauen und auch Stärke. Keine harte, abwehrende Stärke, sondern sanfte, fließende Stärke. Und es kann Verzeihen wachsen. Niemand muß einem Täter verzeihen, aber man kann sich selbst verzeihen.

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    1. Avatar von energieraumhs

      Oh ja, das Thema Vergebung ist auch so wichtig. Dieser Impuls wird noch zu einem weiteren Blog führen… Danke!

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